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Das Jahr 2009 gehört zur Vergangenheit, Zeit also um über die Saison zu reflektieren.  Wie ich schon vor Saisonstart kommuniziert habe, war 2009 primär ein Jahr zum Ausprobieren, Lernen und Motivation tanken. Ziel war es, für die Saison 2010 und die EM in Barcelona möglichst gute Voraussetzungen zu schaffen. Rückblickend darf ich sagen, dass mir dies gut gelungen ist. 2009 war eine schöne, aufregende und vor allem lehrreiche Saison. Anfangs der Saison habe ich gelernt, dass die 400m (noch) nichts für mich sind und dass es viel Aufwand bräuchte um da auf ein ähnliches Niveau wie über die 200m zu kommen. Wie der Lauf in La Chaux-de-Fonds gezeigt hat, erlauben die neuen technischen Elemente die ich im Winter ausprobiert habe ganz gute Zeiten. Ich musste aber auch feststellen, dass die Sprinttechnik noch nicht genügend gut sitzt, um konstant so schnelle Zeiten laufen zu können. Auch an der WM in Berlin bin ich neue Wege gegangen. Ich glaube, dass diese Ansätze in die richtige Richtung gingen, wenn auch vielleicht nicht weit genug. Immerhin war der zweite Lauf deutlich besser als 2008 in Peking, jedoch noch nicht zufriedenstellend. Zumindest kann ich mich «darauf verlassen», dass ich beim zweiten Lauf noch nicht mein volles Potential abrufen kann und daran werde ich arbeiten. Daher lautet das Motto für die nächste Saison: So stark sein, dass ich den zweiten Lauf überstehe auch wenn es nicht gerade perfekt läuft… und danach ist alles offen ;-) Dank der Staffel war ich in Berlin dazu gezwungen mein durchschnittliches Abschneiden über die 200m schnell zu verarbeiten und sofort nach vorne zu schauen. Mit der Staffel haben wir unter sehr widrigen Umständen alles gegeben, konnten aber leider unser Potenzial nicht richtig ausspielen. Ich bin jedoch nicht mit Frust aus Berlin heimgereist, sondern mit Zuversicht. Schweizerrekord, 38.78 Sekunden über 4x100m vor dem eigenen Publikum im Letzigrund. Damit bestätigte sich das Gefühl von Zuversicht auch gleich in Zürich. Ein Ereignis das sicher zu den Höhepunkten meiner Karriere gehören wird. Ein unbeschreibliches Gefühl wenn das ganze Stadion kocht und 26'000 Schweizer Leichtathletik Fans mit einem jubeln und sich mitfreuen. Die Zuversicht hielt jedoch noch länger an. Mit 20.72 bei 1.3 m/s GW gleich noch am selben Wochenende und einem schnellen Lauf am IAAF Grand Prix Rieti war meine Lust am Sprinten noch lange nicht befriedigt. Anders als in den Jahren davor hatte ich bis zum letzten Lauf hohe Ambitionen und grossen Spass bei den Wettkämpfen. So kam es dann auch, dass mir ein Kurztrip nach Shanghai, mit zwei Langstreckenflüge in der Woche vor der Team-SM nichts anhaben konnten und ich mit viel Motivation und Freude noch 20.83 gelaufen bin. 2009 habe ich also viel gelernt, ausprobiert und bin voller Motivation, ohne Verletzungen oder Ermüdungserscheinungen in das Training für 2010 gestartet. Dies stimmt mich natürlich sehr optimistisch und lässt mich schon jetzt das bekannte Gefühl von Zuversicht verspüren;-) |